Newsletter vom März 2010 (Amsonia, Agastache)

Liebe Gartenfee!

Wir schreiben nun schon März und langsam wird unsereins wirklich ungeduldig! Der Winter ist mit eisiger Polarluft und jeder Menge Neuschnee zurückgekehrt. Gestern hatten wir sogar minus 14 Grad! Und auch in den kommenden Tagen ist keine Änderung in Sicht.

Schneeglöckchenernte

Schneeglöckchenernte

Die Schneeglöckchen präsentierten sich schon ganz passabel, wenngleich der Verkauf durch den erneuten Kälteeinbruch zum Erliegen kam. So bleibt uns momentan nichts anderes übrig, als die Etikettierung auf Vordermann zu bringen und dir mit einigen Bildern und Tipps etwas Vorfreude am Gärtnern zu vermitteln.

An milden Tagen im März kannst du überalterte Horste von Phlox, Sonnenbraut (Helenium) , Astern und vielen anderen Prachtstauden aufnehmen und geteilt werden, falls du zu dieser Arbeit im Herbst nicht mehr dazu gekommen bist. Nur Mut dazu! Ich rate dir, dies bei Prachtstauden alle paar Jahre zu tun, die Stauden werden es dir mit reicherer Blüte lohnen!

Und achte auf die Schnecken, sobald der Schnee weggetaut ist! Du glaubst es nicht, welchen Schaden die kleinen Biester gerade im Vorfrühling anrichten können. Ich erlebte es schon desöfteren, dass beispielsweise bei Schneeglöckchen die Blütentepalen durch Fraß verunstaltet wurden, zu einer Zeit, wo kaum Schnecken vermutet wurden. Nimm das biologische Schneckenkorn Ferramol. Es ist zwar um einiges teurer, wirkt aber gut und du kannst es auch im Gemüsegarten verwenden. Aber unbedingt bei feuchtem Wetter breitwürfig ausstreuen, nicht eine Handvoll um deinen Rittersporn und drei Meter weiter freuen sich die Schnecken über ihr unbeschwerte Fresslust! Den ganzen Garten leicht abstreuen, nach 14 Tagen wiederholen und vor allen Dingen den Monat September beim Kampf gegen die Schnecken ja nicht vergessen! Denn da legen sie ihre Eier für die nächsten Generationen im kommenden Jahr ab.

Amsonia

Amsonia ciliata (Selektion Hans Kramer)

Amsonia ciliata (Selektion Hans Kramer)

Heute möchte ich dir eine sehr langlebige Staude vorstellen, die immer noch vielen Gartenliebhabern nicht bekannt ist. Es handelt sich um die Amsonia, einer Prairiestaude, mit lieblichen, hellblauen Blüten. Amsonien gelten als sehr langlebig. Hans Kramer, ein guter Pflanzenfreund von mir, hat eine reichblühende Selektion geschaffen, die noch dazu kontrastreiche, dunkle Stiele aufweist. Wunderschön wirken erst die älteren, eingewachsenen Horste von Amsonia. Und ganz besonders im Herbst geben sie sich einer flammenden Färbung hin, deren Wirkung im Garten du nicht unterschätzen solltest! Einige andere Arten wie Amsonia tabernaemontana, A. tomentosa oder A. hubrichtii sind ebenfalls sehr wirkungsvoll und werden von Kennern sehr geschätzt.

Agastache

Agastache ‘Lolita‘

Agastache ‘Lolita‘

Agastache ‘Blue Fortune‘

Agastache ‘Blue Fortune‘

Agastache ‘Ayala‘

Agastache ‘Ayala‘

Eine andere Staudengattung, deren Vertreter unglaublich lange blühen, sind die Agastachen. Übrigens heißen sie zu Deutsch „Anisysop“. In unseren Mauerbeeten blühten sie letztes Jahr nahezu vier Monate, von Ende Juni bis Mitte Oktober, eine phänomenal lange Zeit, in der die Insekten wie Magneten angezogen werden. Hier waren wir in der Zucht und Selektion einiger Sorten in den letzten Jahren maßgeblich beteiligt.

Der wichtigste Aspekt neben der Langblütigkeit ist jedoch eine ausreichend gute Winterhärte der Sorten. Und die war in der Vergangenheit bei manchen Sorten nicht immer gegeben! Besonders rote und orange blühende Arten und Sorten sind nur bedingt winterhart. Die härteste der orangen- oder kupferfarbig blühenden Anisysop ist Agastache rupestre und vor allem ‘Pink Sunrise‘!

Diese entstand aus einem Samengemisch aus Denver/Colorado, wuchs zunächst im Staudensichtungsgarten Königshof im Burgenland und wurde dann von uns vermehrt und in den Handel gebracht.

Wenn du es mit diesen wunderbaren Dauerblühern versuchen möchtest, dann gib ihnen den sonnigsten Platz, den du ihnen bieten kannst, sowie einen eher leichten Boden. Und noch etwas zur Pflege: ein Rückschnitt im Herbst fördert die Bildung der Basistriebe. Dies ist der Garant für ein sicheres Überwintern.

Mein Freund und ehemaliger Mitarbeiter Michael Münch hat vor einigen Jahren die Sorte ‘Ayala‘ ausgelesen. Sie blüht besonders schön im Herbst, wenn die Nächte kühler werden, in einem unvergleichlichen, warmen Altrosa. Meine eigene Auslese taufte ich ‘Lolita‘. Für diejenigen unter euch, die es farblich etwas kräftiger wünschen, ist diese Sorte genau das Richtige!

Buschwindröschen

Buschwindröschen ‘Hannah Gubbay‘

Buschwindröschen ‘Hannah Gubbay‘

Buschwindröschen 'Green Fingers‘

Buschwindröschen 'Green Fingers‘

Von den Buschwindröschen (Anemone nemorosa) habe ich im Laufe der vielen Jahre unglaublich viele Sorten zusammengetragen! Es macht Spass, die Nuancen der Blüten zu erkennen und ihre Wuchseigenschaften zu beurteilen.

Eine wahre Besonderheit ist ‘Green Fingers‘, bei der ein Teil der Staubblätter zu skurrilen Blütenblättern umgewandelt sind. Es gibt blaue, schwefelgelbe, goldgelbe, weiße, gefülltblühende und sogar grüne Windröschen. Die einen besitzen kleine, knopfartige Blüten, andere haben im Austrieb nahezu schwarze Blätter, wieder andere zeichnen sich durch ihren Riesenwuchs aus. Alle Sorten sind anspruchslose Waldpflanzen, die man an humosen Stellen vor Gehölzen getrost verwildern lassen kann. ‘Hannah Gubbay‘ ist eine der dunkelsten, blauen Sorten, die es gibt.

Callianthemum anemonoides

Callianthemum anemonoides

Eine äußerst langlebige und sehr begehrte Kleinstaude für den Steingarten und Trog ist übrigens eine Seltenheit aus den Nördlichen Kalkalpen. Die Schmuckblume (Callianthemum anemonoides) ist nichts für Ungeduldige, auch sie benötigt einige Jahre, um zu solch schönen Exemplaren heranzuwachsen, wie du sie hier unten im Bild bewundern kannst! Sie gehört nicht etwa zu den Margeriten, sondern die Schmuckblume ist ein Hahnenfußgewächs, welche Kalkschotter in voller Sonne schätzt.

Das war’s auch schon wieder. Liebe Gartenfee, falls bei dir der Winter noch hartnäckiger als bei mir sein sollte, dann tröste dich mit Büchern über die Zeit hinweg. Ein wunderbares Buch bekam ich neulich von einem tschechischen Plantsman über den Kaukasus. Es gibt doch nichts Schöneres, als seine pflanzlichen Schätze am Naturstandort zu entdecken oder davon Bilder zu sehen!

Herzlichst
Dein Sarastro