Newsletter VIII/2026
Liebe Pamina, hallo Papageno!
Die erste Hitzewelle haben wir verdaut, auch die nächste wird nicht die letzte sein, damit müssen wir uns wohl abfinden. Die Temperaturen sind die eine Seite, das andere Problem ist die anhaltende Trockenheit in manchen Gegenden, wobei wir zumindest hierzulande bis jetzt wieder einmal mit einem blauen Auge davonkamen.
Neulich hielt ich eine Vortragsreihe vor oberösterreichischen Gärtnern über das Thema „Den Garten klimafitt bepflanzen“. Ich übernahm am Vormittag den Staudenpart, Klaus Körber aus Veitshöchheim referierte später über geeignete Gehölze. Mein Publikum folgte mir sehr interessiert und machte sich fleißig Notizen, schließlich kann ich mit Anschauungsbeispielen und mehr als genug Stauden aufwarten, welche Trockenheit aushalten, aber auch längere Regenperioden schadlos überstehen.
Ehrlich gesagt hatte ich trotzdem den ganzen Vormittag etwas Bauchweh, denn wir wissen derzeit nicht, wieweit sich die Temperaturen nach oben entwickeln werden. Und dies konnte ich in meinen Vorträgen natürlich nicht berücksichtigen. Auch wenn wir hier in einer Gegend wohnen, wo Wasser im Überfluss vorhanden ist, garantiert dies noch lange nicht das Überleben vieler Staudenarten, welche bisher eher niedrigere Sommertemperaturen gewohnt waren. Warten wir es ab, ich gehöre weder zu den „Schwarzmalern“ noch zu den grenzenlosen Optimisten, sondern versuche in diesem Thema Realist zu sein. Ein kleines Beispiel: ein Japanischer Ahorn (Acer japonicum und verwandte Arten) kannst du in solchen Hitzeperioden wie diesen zwar ausreichend mit Wasser versorgen, was dir nichts nützt, denn er wird anhaltende Tagestemperaturen jenseits der 40 Grad-Marke kaum ohne Schäden überleben, falls diese uns überrennen werden. In seiner Heimat treten solche Temperaturen niemals auf und daher ist sein „Organismus“ gar nicht darauf eingestellt. Und auch bei Stauden könnte ich dir grenzwertige Beispiele aufzählen, beispielsweise den Herbstenzian. Aber lassen wir diese Spekulationen, wir beide müssen uns auf andere Zeiten einstellen und lernen, langsam umzudenken.
Hier wieder fünf Stauden, über die ich dir einiges zu berichten habe.
Antirrhinum hispanicum (syn. Antirrhinum sempervirens)
Gleich zu Beginn ein ausdauerndes, strauchig wachsendes Löwenmäulchen mit haarigen Blättchen, welches ich früher an Felspartien auf der spanischen Seite vor Andorra fand. Diese reizenden Dauerblüher kannst du an vollsonnigen bis halbschattigen Stellen unter regengeschützten Dachvorsprüngen in lockeres, kalkhaltiges Substrat pflanzen. Bei uns stehen sie am Rande des Felsspaltengartens gleich am Eingang im Schutze unseres Pavillons. Und dort stehen inzwischen prächtige Exemplare, die aus den Felsspalten herauswachsen, denn sie säen sich sogar selbst willig und munter aus. Für uns Staudengärtner sind sie leider ein Problem, gleich in zweierlei Hinsicht. Wir vermehren die besten Typen über Stecklinge, was eigentlich recht einfach gelingt, sofern du Fingerspitzengefühl walten lässt. Denn ein einziges Mal zu viel an Wasser bewirkt ein rasches Dahinfaulen, dagegen kann zu wenig Wasser das Eintrocknen der Stecklinge bewirken. Desweiteren sind die fertigen Pflanzen im Topf derart brüchig, sodass wir immer wieder Reklamationen bekommen, da die versandten Exemplare nicht heil bei dir ankommen. Sind sie aber am richtigen Ort etabliert, hast du lange Freude an ihnen, dies sei dir gewiss!

Aus England nahm ich zu früheren Zeiten ein rosa blühendes Exemplar mit, welches in puncto Pflege und Standort dieselben Ansprüche stellt. Hat man Geduld und lässt sie gewähren, so treten schnell Hybriden auf. Diese Art kann sich sogar mit normalen Löwenmäulchen kreuzen, aber da fehlt mir leider die Zeit, gezielte Kreuzungsversuche zu starten, und ob es sich wirklich lohnt, kommt ebenfalls auf einen Versuch an, denn unser bekanntes Löwenmaul ist ja eher kurzlebig.

Asphodelus albus ssp. delphinensis ist als älteres Exemplar ein absoluter Traum!
Eine ganz besonders schöne und relativ seltene Staude siehst du gleich im folgenden Bild! Es ist eine Unterart des südeuropäischen Affodills (Asphodelus albus), die in den Pyrenäen, sowie in der Dauphine Frankreichs vorkommt. Im Garten als ausgewachsenes Exemplar ein Traum, jeder Besucher bewundert zur Blütezeit den dicken Horst, welcher bei uns im Eingangsbereich auf dem Wall steht. Diese Form des Affodills ist insgesamt wesentlich kompakter und besitzt dickere Blütenschäfte. Für uns gestaltet sich die Vermehrung über Samen relativ einfach, man benötigt allerdings drei Jahre, bis die Pflanzen kräftig genug sind, um sie an dich mit gutem Gewissen veräußern zu können. Der Pflanzplatz sollte in voller Sonne liegen, der Boden durchlässig, aber lehmig-humos und eher kalkhaltig, was aber nicht so ausschlaggebend ist. Ist dieser Affodill einmal etabliert, wird er von Jahr zu Jahr kräftiger und kann sich am richtigen Standort sogar leicht aussäen.

Ich kann mich diesbezüglich noch sehr gut an meine allererste botanische ISU-Exkursion (Internationale Staudenunion) in den 80er-Jahren erinnern, bei der wir in der Dauphine in Südostfrankreich eine Bergwiese voll von Besonderheiten vorfanden, Asphodelus albus ssp. delphinensis spielte dort sprichwörtlich die erste Geige, wie du im Bild unschwer erkennen kannst!
Heute bin ich froh um diesen Schnappschuss, denn von den vier ehrfürchtig am Boden fotografierenden Herren weilt heute leider keiner mehr unter uns. Vielleicht erinnerst du dich noch an den einen oder anderen? Ich will dir gerne weiterhelfen! Ganz links im Bild mein damaliger Chef Franz Feldweber, in der Mitte etwas rechts erkennt man Bruno Müller, damals stellvertretender Leiter des Palmengartens in Frankfurt, ein Foersterianer, der von Karl Foerster neckisch Brunochen genannt wurde! Ganz vorne sieht man Reinhard Behrens aus Aachen, dazumal Besitzer einer der bestorganisierten Staudengärtnereien Deutschlands. Dahinter Karl Heinz Marx, ebenfalls gewesener Staudengärtner aus dem fränkischen Pettstadt, bekannt durch einige gute Staudenselektionen, die noch heute im Umlauf sind.

Saponaria x lempergii ‘Max Frei’ ist geradezu ein Muss !

Seifenkräuter aus der Mode? Keinesfalls, Vielleicht etwas zu wenig beachtet, links liegengelassen? Denn gerade sie gehören zu den Klimagewinnler, ganz besonders die folgenden beiden Hybriden, die eigentlich zum Stammsortiment vieler Staudengärtnereien gehören sollten, da sie wirklich vielseitig zu verwenden sind. Doch nirgendwo setzten sie sich so richtig durch. Warum eigentlich? Ich kenne einen Garten gleich um die Ecke, wo Saponaria x lempergii ‘Max Frei‘ als Einfassungspflanze am Fuße eines Rosenbeetes steht, und dies schon über Jahrzehnte! Sie fangen zur Rosenblüte an und ihr Flor zieht sich sehr lange hin, nahezu zwei Monate! Über Max Frei hatte ich dir vor einiger Zeit schon einmal geschrieben, er zählte zu meinen Vorbildern, ein Lebemensch und gleichzeitig großartiger Spezialist für Alpenpflanzen. In seiner Gärtnerei in der Schweiz entstand diese Kreuzung, welche im Gegensatz zur folgenden Sorte hellrosa Blüten besitzt, die relativ locker verteilt sind.
Etwas früher entstand bei Fritz Lemperg in Hatzendorf in der Steiermark in einem Privatgarten die folgende Sorte, die im Unterschied zu vorigen mit tief rosa Blüten erblüht, der Wuchs ist etwas kompakter, die Laubblätter sind dunkelgrün. Beide Sorten eignen sich für heiße und trockene Pflanzplätze, wobei der Boden nicht allzu mager sein sollte. Die Pflege beschränkt sich eventuell auf einen leichten Rückschnitt nach der Blüte, dies fördert einen erneuten Austrieb und weitere Blüten.

Eisenhut ist nicht gleich Eisenhut!
Der Aconitum napellus-Komplex rund um den einheimischen Eisenhut ist zu kompliziert, als dass ich dir diesen in aller Kürze erklären kann. Einer der einheimischen Eisenhutarten ist Aconitum napellus, wobei es sich hierbei um eine Sammelart handelt, also einer Art, die im Grunde aus botanisch einzelnen Arten besteht. Ich kenne aus dem Salzkammergut Individuen, welche lediglich 30 cm hoch werden, andernorts über einen Meter an Höhe erreichen. Auch die Blütezeit liegt sehr unterschiedlich. Die Botaniker haben richtig entschieden und mehr oder weniger alles „unter einen Hut“ vereint.
In unserer Gärtnerei hatten wir die letzten Jahre Probleme mit den Eisenhüten, da diese unter der sommerlichen Hitze sehr litten. Seit ich sie in unserer neuen Schattenhalle stehen habe, wo zusammen mit Farnen und Funkien Kühle herrscht, funktioniert es wieder mit der Kultur! In deinem Garten verlangen sie durchwegs einen guten und nicht allzu trockenen Boden, am besten ebenfalls in leicht schattiger Lage.
Dir ist sicher bekannt, dass der Eisenhut zu den giftigsten Pflanzen gehört, die wir besitzen. Auch hierzu eine kleine Geschichte. Meine Frau war Lehrerin und am Haupteingang der Schule befand sich ein in die Jahre gekommenes Beet. Die einzige Attraktion war ein stattliches Exemplar von Aconitum charmichaelii var. arendsii, des Herbsteisenhutes, der jahrelang seine Stellung behauptete. Eines Tages kam die Direktorin der Schule auf mich zu und bat mich, dieses Beet wieder auf Vordermann zu bringen. Gerne würde ich dies machen, und soll der Eisenhut stehenbleiben, fragte ich? Ja der ist sooo schön, entgegnete sie. Als ich erwähnte, dass drei bis fünf Blätter einen erwachsenen Menschen ins Jenseits befördern können, erschrak sie und sagte „ Bitte tu ihn sofort weg“, sie dachte natürlich an ihre Schüler. Ich entgegnete, dass der Eisenhut nun schon jahrelang dastand, ohne Vergiftungserscheinungen hervorzurufen, da seine Laubblätter derartig bitter schmecken, dass diese wohl kaum wer verspeisen könnte! Und schließlich sollten die Schüler von den Lehrern darüber aufgeklärt werden. Na ja, der Eisenhut stand dann tatsächlich noch weitere Jahre, bis der Eingangsbereich vergrößert wurde und alles dem Erdboden gleich planiert wurde.

Der Rhodopenrächer, die Balkanhaberlea, wie auch immer!
Die letzte Staude, die ich dir vorstellen möchte, ist ein sogenanntes Tertiärrelikt aus den Gebirgen Bulgariens und Nordgriechenlands, ein Gesneriengewächs, also eine Verwandte unserer Usambaraveilchen. Im Laufe der Jahrtausende hat sich Haberlea rhodopensis an die zunehmend kälter werdenden Temperaturen gewöhnt und zählt neben ihren nahen Verwandten, den Felsentellern (Ramonda serbica und R. nathaliae vom Balkan, R. myconii aus den Pyrenäen), sowie der überaus seltenen Jankaea heldreichii vom Thessalischen Olymp in Nordgriechenland zu den einzigen winterharten Gesneriengewächsen Europas, die wir kennen. Meine ersten botanischen Touren unternahm ich dorthin alleine ich konnte diese sehr besonderen Rosettenstauden an ihrem Naturstandort bewundern, dies sind Erlebnisse, die man nie mehr vergisst. Sie wuchsen in engen Schluchten, auf Felsbändern, meist über Wasserfällen in Moospolstern. Jankaea heldreichii beispielsweise zu vermehren und erfolgreich zu kultivieren gehört zu den Königsdisziplinen eines jeden Raritätensammlers.
In Asien kennen wir noch eine ganze Reihe anderer Gesneriengattungen, welche jedoch nur im frostfreien, aber kalten Alpinenhaus gepflegt werden können, sofern man ihrer überhaupt habhaft wird!
Suche in deinem Steingarten eine Felsspalte, die in nordöstlicher Richtung liegt, welche jedoch ausreichend Feuchtigkeit verspricht und pflanze sie möglichst schräg, jedoch so, dass sie genügend Feuchtigkeit abbekommt. Sollte sie einen zu trockenen Standort vorfinden, so schrumpeln Haberlea und Ramonda meist ein, ähnlich einer Rose von Jericho, um sich erst wieder zu entfalten, sobald sie wieder Feuchtigkeit abbekommt. In meinem Felsspaltengarten war es ihr zu trocken, ganz im Gegensatz zum Kalksinter-Steingarten am Gewächshaus, wo alle diese Felsentellerartigen wunderbar gedeihen und reichlich blühen. Wenn sich die Vermehrung bloß nicht so langwierig gestalten würde, aber dies ist eine gänzlich andere Geschichte! Trotzdem können wir inzwischen mit einem kleinen Bestand an Haberlea rhodopensis aufwarten.

Unser 30-jähriges Jubiläum am 19. und 20. September rückt näher!
Ich hatte dir versprochen, unsere Aussteller einzeln kurz vorzustellen, welche anlässlich unseres Jubiläums am 19. und 20. September bei uns mit einem Stand anwesend sind. So weißt du schon im Vorhinein, mit wem du es zu tun hast. Alle diese Aussteller zählen zu meinen engsten Freunden und Kollegen, welche ich schon sehr lange kenne und daher ist es wohl überflüssig zu erwähnen, dass du keinerlei Handelsware vorfindest, sondern ausschließlich in Eigenregie angefertigte, wertvolle Produkte, ob Pflanzen, Keramik oder anderes. Neben einem internationalen Charakter war dies unser größtes Anliegen. Für meine Mitaussteller bürge ich voll und ganz, es sind Staudensortimente, welche unser Sortiment bei Sarastro ergänzen und bereichern. Da wir ohnehin schon mit weit über 3.000 verschiedenen Sorten aufwarten, darfst du trotzdem sicher sein, dass es kaum Überschneidungen geben wird und du voll auf deine Kosten kommst! Worauf Kata und ich Wert gelegt haben, ist eine internationale Ausrichtung unseres Jubiläumswochenendes, denn nur auf diese Weise erreicht man ein solch exquisites und interessantes Angebot. Außerdem wird dir auffallen, dass einige Aussteller, einschließlich meiner Tochter schon der nachfolgenden Generation angehören und auch dieser Punkt sollte nicht unerwähnt bleiben.
Ich habe mir lange überlegt, mit wem ich wohl beginnen sollte. Da kam mir die Idee, dass sich die Reihenfolge nach der weitesten Anfahrt richten soll! Ich bin sehr dankbar dafür, dass sich meine Freunde diese Anreise überhaupt antun, denn dies ist gerade heutzutage alles andere als selbstverständlich!
„Grüner Anzeiger“, Ann-Christin Neugebauer, Hamburg, Deutschland
So lange ich selbständig bin, so lange kenne ich Ann-Christin mit ihrem Grünen Anzeiger. Mir fiel sie an Gartentagen auf, wo sie ihren Stand auf geschätzten zwei Quadratmetern präsentierte, anfänglich erreichte sie die weitesten Destinationen stets mit ihrem unkaputtbaren VW-Käfer!
Ein Journal in Schwarzweiß gedruckt, ohne Bilder, geht dies denn heute noch? Aber sicher doch, denn du findest im Grünen Anzeiger sämtliche Termine, was Gartenkultur und Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum anbelangt, nach Postleitzahlen sortiert. Darüber hinaus liest man im Grünen Anzeiger stets fachlich interessante, hochkarätige Artikel aus den unterschiedlichsten Gartenbaubranchen, gelegentlich schreibe ich auch schon mal. Ein Probeheft kannst du dir sicher bei ihrem Stand zu Gemüte führen, es lohnt sich wirklich!
„De Hessenhof“, Miranda und Hans Kramer, Ede, Niederlande
Längst ist diese Gärtnerei über die Grenzen der Niederlande hinaus bekannt, welche sich in einigen Dingen gegenüber anderen Gärtnereien deutlich abhebt. Sie versendet generell keine Pflanzen, du musst also den weiten Weg auf dich nehmen, was sich jedoch überaus lohnt. Hans hat ein riesiges Sortiment an Besonderheiten zusammengetragen, etwa so viel wie wir, aber der Hessenhof ist etwas anders sortiert, weniger Gebirgspflanzen und Sukkulenten, dafür noch mehr an ungewöhnlichen Schattenstauden. Wir tauschen untereinander seit Jahren immer wieder Neuheiten aus, wie dies unter befreundeten Kollegen so usus ist. Ich kam in den 90er-Jahren das erste Mal zu ihm, damals lag sein Hauptaugenmerk noch auf Lenzrosen. Er war in Sachen Lenzrosen überhaupt einer der ersten, welcher systematisch selektierte und gut durchzüchtete Strains anbot.
„Franks Salvias“, Frank Fischer, Umkirch, Deutschland
Frank stammt aus meiner früheren alemannischen Heimat, in der Nähe von Freiburg im Breisgau. Auch er zählt zu den weit gereisten „Sammler- und Jägertypen“ und hat sich und seine Gärtnerei dem Salbei verschrieben. Inzwischen besitzt er hierin ein stattliches Sortiment und gilt als „der Salbeispezialist“ schlechthin, eine sehr vielseitig einzusetzende Gattung. Frank wird aber auch mit exquisiten Kräutern aufwarten, auch dafür ist er bekannt. Und man darf gespannt sein, was er sonst noch alles aus dem Hut zaubert!
„Rifnik Garden“, Gorazd und Ignac Mauer, Slowenien
An Gartentagen im Süden Deutschlands, in Österreich und vor allem in Italien fällt manchem Besucher ein Stand auf, welcher mit sehr vielen Raritäten aufwartet, die man sonst höchstens in Großbritannien antrifft, auch in Sachen Gehölzen und seltenen Kübelpflanzen, vieles davon ist an der Grenze der Winterhärte. Lass dich überraschen, Rifnik ist auch durch ihr umfangreiches Begoniensortiment bekannt. Dass es hier winterharte Arten gibt, wird dir inzwischen bekannt sein, aber erkundige dich vorsichtshalber genau. Mit Ignac hast du einen Kenner vor dir, welcher mit seiner weithin vernehmbaren Stimme ohnehin auffällt. Wir freuen uns jedenfalls schon sehr!
„Zahradnictvi Holzbecher“, Jana Holzbecherova, Brno, Tschechien
Selbst die Präsidentin der Internationalen Staudenunion gibt uns die Ehre, Jana hat diese Position schon seit einiger Zeit inne! Ich kannte ihren Vater sehr gut, ich habe damals von ihm meine allerersten Pflanzen bezogen. Er war ein ausgewiesener Kenner alpiner Stauden, für die unser Nachbarland Tschechien bei Liebhabern auf der ganzen Welt bekannt ist. Und genau mit solchen „Schmankerln“ wird Jana bei uns aufwarten, wir dürfen gespannt sein! Leider ist der Monat September nicht gerade die Paradezeit für Alpenpflanzen, doch Kenner der Materie kommen ganz sicher auf ihre Kosten. Und nicht nur das, Jana wird auch darüber hinaus mit der einen oder anderen Besonderheit aufwarten, wie ich sie kenne.
„Wüstengarten“, Birgit und Gerhard Gussmagg, Feistritztal, Österreich
Die beiden sind längst kein Geheimtipp mehr! Sie bürgen nicht nur für außergewöhnliche Pflanzen, sondern führen insbesondere solche, welche eine gehörige Portion Trockenheit aushalten. Bekannt sind Birgit und Gerhard vor allem auch durch ihre Palmlilienselektionen. Vor einiger Zeit kaufte ich eine ganze Reihe an Yucca (Palmlilien), welche jetzt unseren Wall bereichern. Und wenn du einmal den Weg in die grüne Steiermark findest, dann solltest du dem „Wüstengarten“ unbedingt einen Besuch abstatten, du wirst feststellen, dass der Begriff Wüste sehr dehnbar ist, eindrucksvolle Beispiele von seltenen Palmlilien und Agaven, aber auch Mittagsblumen und anderen mediterran anmutenden Kombinationen sind zu sehen.
„Clematis Herian“, Benedikt Herian, Unterliezheim, Deutschland
Anlässlich unseres 20-jährigen Jubiläums war Vater Manfred Herian mit seinen Clematis ebenfalls mit von der Partie, inzwischen hat er den Betrieb an seinen ältesten Sohn Benedikt übergeben. Clematis verbindet man fast schon automatisch mit dem Namen Herian, hier ist geballte Kompetenz über eine komplexe Pflanzengattung vorhanden! Unsere Familien sind seit langem freundschaftlich verbunden, früher traf man sich regelmäßig an Gartentagen oder unternahm gemeinsam so manche Reise. Waldreben sind das Hauptprodukt, neuerdings kamen aber auch ausgefallene Obstgehölze aus Asien und Osteuropa dazu. Du kannst deine Wünsche aus ihrem Onlineshop jederzeit vorbestellen, diese werden verlässlich mitgebracht!
„Chaosfritz“, Fritz Strohmer, Karlstein, Österreich
Fritz wohnt im ganz oberen Teil des Waldviertels nahe Litschau, fast schon der Unzugänglichkeitspol Österreichs. Privat pflegt er eine umfangreiche Pflanzensammlung, seine Interessen sind jedoch sehr breit aufgestellt. Ihn zeichnet vor allem seine überaus große Hilfsbereitschaft aus, so war er zu früheren Jahren immer am Stand von Hosta Fischer zu sehen, neuerdings hilft er auch bei Rifnik. Eines Tages kam Fritz mit einem Phloxsämling aus seinem Garten, extra für mich als Gastgeschenk für unser Phloxsammelsurium. Sehr außergewöhnlich die Höhe, noch außergewöhnlicher aber die Farbzusammenstellung von einem hellen Blau mit tief dunklem Auge, die Blüte wird mit dem Abblühen dunkler. Ich war begeistert und sagte zu ihm, dass wir unbedingt einen Namen bräuchten, ohne Namen sei der schönste Phlox wertlos! Spontan sagte er ‘Chaosfritz‘. Er sieht sich selbst so, dabei ist er keinesfalls chaotisch, nur fällt er in mancherlei Hinsicht sehr erfrischend aus der Norm. Anstatt mit Pflanzen wird Fritz uns auch mit Melodien aus seiner historischen Drehorgel beglücken.
„Kunst im Garten“, Sebastian Ehrl, Gschwend, Niederbayern
Es ist schön, wenn frühere Mitarbeiter sich neben Pflanzen und Garten auch anderweitig kreativ entwickeln. Mit Sebastian verbindet mich vor allem eines, wir beide sind das geborene Team an Gartentagen und ergänzen uns in Verkauf und Beratung ganz vortrefflich. Ihn deswegen mit ins Ausstellerboot zu holen? Wohl kaum. Ausschlaggebend daran war einzig und allein sein überaus geschmackvoll gestalteter Garten, wo manche verrückte und außergewöhnliche Skulptur zu bewundern war. An Gartentagen sollten möglichst Pflanzen dominieren, es dürfen aber auch Antiquitäten oder moderne Kunst für Abwechslung sorgen, solange sie etwas mit dem Thema Garten zu tun haben. Kunst und Kitsch liegt bekanntlich nahe beieinander, hier ein Urteil zu fällen ist müßig. Sebastian trau ich jedenfalls das richtige Augenmaß zu!
„Mielys Pfingstrosen“, Michael Miely, Buchkirchen, Oberösterreich
Pfingstrosen sind eine Wissenschaft für sich. Miely und Pfingstrosen ist zu einem Begriff geworden. Nicht nur die sehr große Auswahl beeindruckt immer wieder aufs Neue, sondern besonders seine üppig blühenden Felder, welche zu entsprechender Zeit besichtigt werden können. Michael kultiviert hauptsächlich Staudenpfingstrosen, aber auch eine größere Anzahl an Strauchpfingstrosen, sowie Itoh-Hybriden, welche ein Zwischending darstellen. Er verschickt sie durch halb Europa, auch ihm leistet dabei ein Onlineshop gute Dienste. Wir freuen uns, wenn er wieder mit von der Partie ist!
„Naturfloristik“, Rosemarie Etzinger, Lambrechten, Innviertel, Österreich
Mit den Floristen ist es so eine Sache. Ich möchte jetzt keine alten Feindschaften zwischen Gärtnern und Floristen aufwärmen, aber vor Floristen ist bekanntlich nichts sicher! Dies kann man ja durchaus verstehen, denn wie kämen sie sonst zu edlen Blüten und erlesenem, botanischem Beiwerk? Rosemarie ist eine meiner engsten Mitarbeiterinnen und hat ein Händchen für exquisite Floristik. Gerade ihre Trockensträuße rufen allgemeine Bewunderung hervor, aber auch ihre Kreationen aus Stauden und Gräsern. Unsere Devise: nicht Nelken aus Übersee, sondern verspielte Floristik aus unseren Gärten.
„Keramikatelier“, Doris Schmölzer, Mörschwang, Innviertel, Österreich
Doris ist ebenfalls eine Mitarbeiterin von uns. Sie hat ihre Erfüllung in der Gestaltung und Modellierung von Tonskulpturen gefunden und bestritt schon einige Vernissagen. Ihr Repertoire reicht aber sehr viel weiter und drückt sich ebenso in Vasen oder Gebrauchsgegenständen aus. Eine Art Dauerausstellung findest du bei uns im Schaugarten, wo du ihre Kreationen auch erwerben kannst. Man darf gespannt sein, mit welchen Objekten sie uns am Jubiläumswochenende beglückt.
Es ist ja noch ein Weilchen hin bis zum Jubiläumswochenende, jedoch möchten wir schon jetzt auf einige wichtige Punkte hinweisen:
Falls du von weiter wegkommst und nach Gaststätten oder Hotels mit Übernachtungsmöglichkeiten suchst, so kann ich dir nur empfehlen, bald genug zu reservieren. In Ried, Schärding und Umgebung existieren eine ganze Anzahl an Möglichkeiten. Übrigens lohnt es sich auch, während deines Aufenthaltes einen Abstecher nach Passau oder Linz zu machen! Ansonsten wäre in unmittelbarer Nähe unserer Gärtnerei das Hotel Rimo, in St. Martin das Hofwirtshaus, der Osternacher Hof in Osternach, sowie das Stift in Reichersberg, welches ebenfalls ein Beherbergungsunternehmen betreibt.
Für Parkplätze ist gesorgt, was ja öfters ein Problem sein kann. Unmittelbar an der Harter Bezirksstraße vor unserer Gärtnerei besteht zwar die Möglichkeit, kurzfristig zu parken, bessere Möglichkeiten bestehen aber in 500 m Entfernung östlicher Richtung auf dem Gelände der Firma Stranzinger. Wir werden ein Schild anbringen oder einen Einweiser hinstellen. Am Sonntag wird zusätzlich der Parkplatz des Billa-Supermarktes als Parkmöglichkeit dienen, nicht jedoch am Samstag, da der Supermarkt bis abends geöffnet hat und natürlich in erster Linie der Kundschaft dienen sollte.
Das war das Wichtigste in Kürze, ich freue mich jedenfalls sehr, dich hier begrüßen zu dürfen, auch ganz im Namen meiner Mitarbeiterinnen.
Alles Gute und bis bald!
Dein Staudengärtner Sarastro und Team

