Wie Sarastro-Stauden entstand

Unsere Staudengärtnerei Sarastro-Stauden wurde 1995 von Christian H. Kreß gegründet und seither kontinuierlich erweitert und ausgebaut. Vor über 25 Jahren entstand auf einer offenen Wiese, aus allerkleinsten Anfängen heraus, jene Gärtnerei mit ihren Schaugärten, wie sie nun der Besucher hier erleben kann und vorfindet. Mittlerweile stehen dem Kunden und Besuchern auf rund 2 ha eine riesige Auswahl an Stauden zur Verfügung, samt Displays und Schaugärten. Der Kunde und Besucher ist sich im ersten Augenblick nicht im Klaren, ob er sich in einem Park, einer Gärtnerei oder in einem botanischen Garten befindet! Gerade diese heutzutage ungewöhnliche Konstellation zieht die Gäste von weither an. Und so teilen wir mit Ihnen gemeinsam ein wundervolles Hobby, welches mit Sicherheit zu den schönsten Leidenschaften der Welt zählt!

Staudengärtnerei pur?

Unser Wunsch war es, als Endziel eine Staudengärtnerei zu erschaffen, wo Produktionsfläche, Verkaufsquartiere, Gewächshäuser,  sowie Schauanlagen zusammen mit viel Ambiente zu einer Einheit verschmelzen. Hierbei orientierten wir uns zunächst an der Gartenkultur Großbritanniens, Frankreichs und anderen, westeuropäischen Ländern und haben uns von dort  inspirieren lassen. In weiterer Folge beschritten wir in der Ausrichtung unseres Sortimentes, als auch in den Pflanzenkombinationen unserer Schaubeete trotzdem unseren eigenständigen Weg und das war auf diese Weise auch gut so! Das Kopieren von Sortimenten der Kollegen und Nachpflanzen von Staudenpflanzungen aller Art war noch nie unsere Sache, obgleich wir weitreichende, zum Großteil freundschaftliche Verbindungen zu einer Menge Staudengärtnerkollegen in vielen europäischen Ländern schätzen und diese pflegen!  Jedoch verbannen wir Alutische und Buntbildetiketten aus unserer Gärtnerei, inklusive sogenannter “Verkaufshilfen”, die an viel zu pragmatische Gartencenter erinnern. Lasst Pflanzen und Blüten sprechen!

Sarastro Stauden

Der Gartenfreund und Staudenliebhaber kann in unserer Gärtnerei aus mehr als 3.500 Arten und Sorten auswählen, vom profanen, bodendeckenden Storchschnabel über die so stolzen Foerster-Rittersporne, sowie Aurikeln aus viktorianischen Zeiten bis hin zur hochalpinen Rarität, zwischen Schattenstauden, züchterisch nicht veränderten Wildstauden und klassischen Beetstauden. Wir sehen uns nicht als  d i e  großen Spezialisten für irgendeine spezielle Pflanzengattung, sondern unsere Stärke liegt in der Breite und Verwendung des gesamten Staudenspektrums. Daneben geben wir unsere langjährigen Erfahrungen im Übrigen nur zu gerne an Sie weiter!

Trotzdem setzten natürlich auch wir uns einige Sortiments-Schwerpunkte. Diese liegen unter anderem im sehr breiten Schattenstaudensortiment, seit über zehn Jahren auch beim Hohen Staudenphlox (Phlox paniculata, ca. 250 Sorten), sowie den Mittagsblumen (Delosperma, ca. 45 Sorten), Englische Scharbockskräuter (Ficaria verna, Ranunculus fic. mit rund 50 Sorten), Funkien (Hosta, etwa 120 Sorten), den Herbstastern (Aster, rund 130 Arten und Sorten), Storchschnäbel (Geranium, ca. 80 Arten und Sorten), den Herbstchrysanthemen (Chrysanthemum, etwa 70 Sorten), und natürlich den Buschwindröschen (Anemone nemorosa, A. ranunculoides und Hybriden, etwa 160 Sorten). Und ganz besonderen Wert legen wir auf alte, historische und vergessene Staudensorten, die man sonst nur noch selten bekommt, sowie auf Neueinführungen aller Art, ob es sich hierbei um Neuzüchtungen oder in Kultur befindliche Wildaufsammlungen handelt. In jüngster Zeit sehr bedeutungsvoll wurden alle Insektenmagneten, als Besonderheit führen wir ein breites Sortiment an Doldenblütler (Apiaceae).

Unser umfangreiches Sortiment stellt uns immer wieder vor gewaltige Herausforderungen, gilt es doch, die Sorten zu bewahren, Neuzugänge zu sichten und zu beurteilen, sowie sich aber gleichzeitig von unrentablen Posten zu verabschieden. Sehr reizvoll ist es für uns, Neueinführungen zu vermehren, die nirgends anders kultiviert werden, immer mit dem Hintergedanken, hierbei vielleicht etwas Interessantes und Lohnenswertes für den Garten entdeckt und eingeführt zu haben!

In unserer Gärtnerei ist zwar im Allgemeinen Selbstbedienung üblich, aber parallel dazu wird auf sorgfältige Beratung und Fachkompetenz stets größten Wert gelegt!  Neben dem stilvollem Ambiente der Gärtnerei und der hohen Qualität der Pflanzen können wir uns nur auf diese Weise abheben. Unsere Mitarbeiter sind bestens ausgebildet und im Umgang mit Kunden, sowie in speziellen Staudenfragen und deren Pflegemaßnahmen seit langem versiert.

Der “Pflanzenshop” auf unserer der Website dient dem Kunden nicht nur als eine weitere, bequeme Bestellmöglichkeit von weiter weg, sondern liefert gleichzeitig detaillierte Informationen über unser reichhaltiges Sortiment. Wir legen sehr viel Wert auf Sortenechtheit und tauschen uns auf fachlicher Ebene laufend mit befreundeten Kollegen und Gleichgesinnten aus. Inzwischen wurde unser Webshop nahezu vollständig bebildert, um Ihnen neben dem Text eine größtmögliche Vorstellung einzelner Stauden vermitteln zu können. Bei etlichen Stauden wurde nicht nur ein einzelnes Bild der Blüte, sondern nach Möglichkeit auch eine “Ganzkörperaufnahme”, sowie ein verwendungsbezogenes Bild in entsprechender Kombination mit anderen Stauden hinzugefügt. Unser Webshop erfuhr im Sommer 2021 eine Relaunch und befindet sich nun auf dem neuesten Stand der Technik, wir sind in den Wintermonaten ständig neu am Texten und Bebildern! Bei den Textpassagen der einzelnen Sorten versuchen wir ehrlich zu sein und geben unsere eigene Erfahrung zum Besten, auch wenn solche sich vielleicht nicht immer mit anderen Meinungen deckt.

Aufgewachsen bin ich im pittoresken, mittelalterlichen Städtchen Laufenburg am Hochrhein, vor den Toren Basels, im südlichen Baden Württemberg, direkt an der Schweizer Grenze. Nach etlichen Reise- und Wanderjahren und abgeschlossener Ausbildung lebe ich seit geraumer Zeit hier im oberösterreichischen Innviertel. Zu ganz frühen Jahren wollte ich Orchideengärtner werden, da mich diese Pflanzenfamilie schon immer sehr faszinierte. Heute bin ich froh, es nicht getan zu haben, denn leider verkommen viele Orchideen zu puren Wegwerfartikeln. (mehr zu  meinem Werdegang unter “Sarastros eigene Staudenzüchtungen, Vita Christian Kreß”!)

Die 10 Punkte unserer Philosophie

  1. Wir lieben unseren Beruf und das Arbeiten mit Stauden über alles. Und wir vermehren nahezu alles selbst, je mehr, desto besser! Dies bedeutet nicht nur, dass wir es im Endeffekt mit bodenständigen Pflanzen zu tun haben, welche gesund aufgezogen wurden, sondern dass ein weiterer Transportweg und der Zwischenhandel unterbunden wird. Lediglich Zwiebelpflanzen, sowie Kräuter und Gewürze werden als Fertigware zugekauft, bzw. ganz wenige Artikel von Kollegen ergänzend besorgt, welche ebenfalls noch selbst produzieren. Dies alles bedeutet gelebte Regionalität, siehe auch oben!
  2. Bei uns wird nicht nur auf die Wünsche der Kunden Rücksicht genommen, sondern vor allem auf die Ansprüche der Stauden großen Wert gelegt! Dies bedeutet insbesondere, dass wir auf ihre speziellen Bedürfnisse eingehen und “artgerecht” produzieren. Das heißt, dass die Topfgröße und das Erdsubstrat den jeweiligen Bedürfnissen der Staudenarten angepasst werden. Wir sind zwar kein zertifizierter Biobetrieb, unsere Stauden werden jedoch ohne jegliche Pestizide herangezogen, unser Topfsubstrat ist wertvolle, aus mehreren natürlichen Komponenten zusammengesetzte Erde, die stark torfreduziert wurde.
  3. Und wir wollen ganz bewusst den Staudengärtner und seine Gärtnerei nach außen vorleben und dies dem Kunden auch immer wieder vor Augen halten, nur auf diese Weise heben wir uns deutlich von Gartencentern und Baumärkten ab. Alutische und Buntbildetiketten, sowie sonstige Verkaufshilfen, die an Gartencenter erinnern, werden bewusst verbannt. Auch dies ist heutzutage keinesfalls mehr selbstverständlich!
  4. Breites, gärtnerisches Basiswissen und regelmäßige Weiterbildung ist eine Notwendigkeit, der auch wir uns niemals entziehen dürfen.
  5. Sorgfältige Beratung und umfassende Auskunft ist bei uns zur selbstverständlichen Pflicht geworden. Nebenbei ist Selbstbedienung in der Gärtnerei üblich, persönliche Hilfestellung findet dort statt, wo es nötig und erwünscht ist.
  6. Jeder unserer langjährigen Mitarbeiter hat seinen speziellen Aufgabenbereich, wir sind ein äußerst harmonisches Team, wo auch mal Fehler gemacht werden dürfen!
  7. Schaugärten und Ambiente dienen nicht nur der puren “Behübschung”, sondern sie sind eine notwendige Bereicherung und Anregung für den anspruchsvollen Kunden und dienen uns gleichzeitig zur Sichtung und zur Vermehrung.
  8. Sortimentsentwicklung bedeutet, stets am Ball zu bleiben, sich immer zu den ständig Suchenden zu zählen und niemals auf der Stelle zu treten! Eigenes Selektieren und Züchten ist dagegen blankes Hobby und geschieht so ganz nebenbei. Neueinführungen? Ja immer, aber es dürfen auch für uns noch unbekannte Wildstauden sein, nicht ausschließlich Neuzüchtungen!
  9. Nicht sofort jedem Modetrend hinterherrennen oder das nahezu ähnliche Sortiment wie der nächste Kollege produzieren! Zunächst eine kritische Betrachtung an den Tag legen, sowie dann seinen eigenen Weg unbeirrbar weitergehen, dies ist unser oberstes Credo! Bei uns drückt sich dies ganz besonders im andersartigen Sortiment, sowie im Ambiente der Gärtnerei aus.
  10. Wir betrachten Pflanzenpatente und Sortenschutz mit äußerst kritischen Augen, weil wir finden, dass Leben grundsätzlich schützenswert ist, nicht allein Pflanzensorten, die man aufgrund ihres Sortenschutzes dann nicht mehr selbst weiter vermehren darf. Dies würde auf längere Sicht bedeuten, dass die Individualität auf der Strecke bleibt. Als Gärtner begibt man sich in stärkere Abhängigkeit von Jungpflanzenbetrieben, aufgrund dessen würden sich die Sortimente der Staudengärtner immer mehr ähneln. Im Zierpflanzen- Gemüse- und Obstbau, sowie der Landwirtschaft wird uns dies leider schon seit Längerem vorgelebt, mit all den weitreichenden Konsequenzen!

Christian H. Kreß

Wie oben schon erwähnt, vermehren wir rund 85 % unseres Sortimentes noch selber, entweder durch die vegetative Vermehrung über Teilung von Mutterpflanzen, sowie durch umfangreiche und professionelle Stecklingsvermehrung, über Samen werden allerhöchstens 15 % des Sortimentes vermehrt. Daher bekommt der Staudenfreund bei uns keinerlei Handelsware, von weit her transportiert, sondern reell aufgezogene, gesunde Stauden! Lediglich einige Jungpflanzen, welche hier schlecht wachsen, sowie Stauden als Landpflanzen zum Vermehren, als auch Blumenzwiebeln, Kräuter und Gewürze zugekauft. Unseren Stauden geben wir die nötige Zeit zum Wachsen, sie werden individuell behandelt und kultiviert, sie wurden weder durch übermäßigen Dünger hochgepuscht, noch zählen sie zu billiger Wegwerfware.

Regionalität ist für uns daher zur Selbstverständlichkeit geworden und keine leere Worthülse!

Durch weitreichende internationale Kontakte zu Kollegen und Gartenbesitzern gelangen wir durch Sammeln und Tauschen ständig an neuartige, seltene oder sonstige ungewöhnliche  Pflanzen,  die nach ausreichender Erprobung hier vor Ort vermehrt und schlussendlich angeboten werden. Aus diesem Grunde verstehen wir uns in erster Linie als traditionell arbeitende Staudengärtner, aber niemals als “altmodische Krauterer”! In puncto anspruchsvollem und zukunftsweisendem Staudensortiment, eigenen Staudenselektionen (siehe auch extra Spalte der eigenen Neuheiten!) und im Bewusstsein einer zeitgemäßen Staudenverwendung dürfen wir uns durchaus zu den Trendsettern zählen.

Und deshalb zum Schluss das Allerwichtigste: wir zählen uns zu den passionierten Staudengärtnern, welche ihren Beruf über alles lieben und ihn vor allem lebenserfüllend begreifen. Und darum kann uns nichts mehr “beleidigen”, wenn man uns Staudengärtner beispielsweise im Zuge mancher Gartentage oder in einschlägigen Internetforen als “Händler” abtut, auch wenn hier natürlich Unwissenheit im Vordergrund steht. Liebe Staudenfreunde, der Beruf eines Staudengärtners mit breitem Sortiment gilt gerade in der heutigen Zeit als einer der ganz wenigen Zweige des Gartenbaues, wo noch viel gärtnerische Kultur, Handarbeit und wenig Technik notwendig sein darf, nebst einer enorm großen Arten- und Sortenvielfalt und dem dazu erforderlichen, immensen Wissen, wo man sich ständig im Einklang mit der Natur weiterentwickelt und deswegen niemals zu lernen aufhört!

“Und wenn ich wieder auf die Welt komme, werde ich wieder Staudengärtner und dann wieder, denn ein Leben reicht nicht aus, um diese ganze Staudenwelt zu begreifen!” (Zitat von Dr. hc. Karl Foerster (1874 bis 1970), Staudengärtner und Gartenpoet aus Bornim bei Potsdam, einer meiner großen Vorbilder)

Man kann uns übrigens bei einem Besuch jederzeit bei der Arbeit über die Schulter schauen und dabei Staudengärtnerei pur erleben! Fünf qualifizierte MitarbeiterInnen stehen mir dabei zur Seite, zwei weitere für alle anfallenden, administrativen Arbeiten, sowie eine Mitarbeiterin für den Schaugarten (Stand 2021). Stauden von der Jungpflanze bis zur Verkaufspflanze zu vermehren und gärtnerisch fertigzukultivieren ist in der heutigen Zeit des schnellen Handelns absolut nicht mehr selbstverständlich! Besuchen Sie uns und erleben Sie, wie wir dies bewerkstelligen! Demzufolge kann der Kunde bei uns auf “bodenständige Kost” zurückgreifen, die im Innviertel großgezogen wurde. Unsere Freilandware, also die Mutterpflanzen  haben wir inzwischen aus Platzgründen ausquartiert, zugunsten einiger neuer Schaugärten (Siehe Button Sarastro-Schaugärten, Gartenführungen etc).

Einen “Chef” gibt es bei uns nicht, jeder hat seinen Aufgabenbereich!