Phlox paniculata - Flammenblume, Hoher Sommerphlox

Eine unserer Hauptkulturen!

“Ein Leben ohne Phlox ist ein Irrtum und eine Versündigung gegen den Sommer!” So urteilte Altmeister und Gartenpoet Karl Foerster schon vor langer Zeit, sehr zu Recht, wie wir meinen!

Phlox gehört einfach in jeden Garten, sei es als züchterisch wenig beeinflusste, wüchsige Sorte mit Wildcharakter in wiesenartigen Pflanzungen, oder als bunter Klassiker in den unterschiedlichsten Staudenbeeten, als Wegeinfassung in Bauerngärten, sowie in moderner Gestaltung zu Gräsern, mit all seiner unendlichen Fülle an Züchtungen. Unbeschreiblich ist auch sein so typischer Duft, der ganz besonders an lauen Sommerabenden den Garten prägt. Die Urform oder Stammart von Phlox paniculata stammt aus den Auwäldern und Niederungen des Mississippis und seinen Zuflüssen, sowie dem östlichen Teil Nordamerikas und zeigt sich deshalb naturgemäß in vielgestaltiger Ausprägung, was sich auch auf Bodenansprüche und Feuchtigkeit im Boden auswirken kann. Nach Europa kam er schon im 17. Jahrhundert, wurde aber erst ab dem 19. Jahrhundert intensiver züchterisch bearbeitet und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zu jener klassischen Gartenstaude, wie wir ihn lieben und so sehr schätzen!

Der Phlox hat sich bei uns seit einiger Zeit zu einer Schwerpunktkultur entwickelt, mit der wir uns intensiver auseinandersetzen. Wir sammeln, selektieren, sichten, staunen, sind restlos begeistert… und ärgern uns auch mal! Denn der Phlox ist und bleibt eine Diva, bei der ein und dieselbe Sorte hier prima gedeiht und üppig blüht, in anderen Gärten aber kläglich versagen kann. Durch unsere weit reichenden Kontakte kultivieren wir Sorten, die wir über Beziehungen und Freundschaften von Liebhabern und Züchtern aus Deutschland, Frankreich, Russland, Finnland, Tschechien, Polen und dem Baltikum erhielten, wobei es sich hier um sowohl brandneue als auch historische Sorten handelt. Besonders jene der im Webshop angeführten Sorten aus Russland und anderen osteuropäischen Ländern wurden durch uns eingeführt und im deutschsprachigen Raum erstmalig von uns angeboten, diese waren noch vor wenigen Jahren in den Gärten und Gärtnereien Westeuropas gar nicht existent! Den ersten Kontakt knüpfte Christian Kreß im Jahre 2011 zu den Phloxfreunden in St. Petersburg und Umgebung, weitere Reisen in die unterschiedlichsten Gegenden Russlands folgten. Erst in den letzten Jahren nahmen im deutschsprachigen Raum einige Staudengärtnerkollegen einige russische Flammenblumen auf, gegenüber dem allseits bekannten, herkömmlichen Sortimentes rangieren sie aber immer noch “unter ferner liefen”. Russische Phloxe bezaubern durch ihre ungewöhnlichen und einmaligen Farbnuancen und -kombinationen. Vor allem aber fallen sie durch ihre Vitalität auf, da die meisten aus kontinentalem Klima stammen, wo die Sommer sehr trocken und die Winter außerordentlich kalt sein können, ein großer Unterschied zu Westeuropa!

“Der Phlox kann so alt werden wie ein Landpfarrer, nur sollte er im Gegensatz zu diesem auch öfters versetzt werden!” Hiermit verdeutlichte Karl Foerster, dass Flammenblumen einerseits sehr ausdauernd und robust, andererseits aber auch zickig sein können und deshalb ein Minimum an optimaler und guter Betreuung erhalten sollten. Den Hohen Staudenphlox sollten Sie deshalb unbedingt ausreichend ernähren, speziell Phlox paniculata spricht auf regelmäßige Kompostgaben extrem gut an und zeigt erst dann seine wahre Vitalität und Wüchsigkeit! Ein wenig verrotteten Pferdemist aus dem nächsten Reitstall tut ein übriges. Der Boden sollte außerdem niemals zu trocken sein.

“Der Phlox ist ein Fresser und ein Säufer!”, auch diesen treffende Spruch von Karl Foerster sollte man sich zu Herzen nehmen! Volle Sonne sagt ihm am ehesten zu, aber leichter Halbschatten ist auch kein Problem, die Farben leuchten dort sogar noch mehr! Im Wiener Becken und in den “submediterranen” Gegenden Südwestdeutschlands ist der Phlox auf jeden Fall besser im kühleren Halbschatten aufgehoben. Wiesenphlox (Phlox maculata) und die so genannten Breitblattphloxe (besser als Phlox amplifolia des Handels bezeichnet) gelten auf unvorbereiteten Böden zwar als gesünder und unkomplizierter, erreichen in ihrer Farbpalette jedoch nicht annähernd das Spektrum der meisten der hohen Sommerphloxe! Nebenbei wurden bei einigen Sorten auch andere Phlox-Arten in das Zuchtprogramm mit einbezogen, so dass wir heutzutage eigentlich von Phlox-Hybriden sprechen müssten!

Älchen (Stängelnematoden), wie auch der Mehltau können dann zu einem ernsten Problem werden, wenn die Pflanzen unter Stress stehen, unterernährt sind oder auf viel zu trockenen Böden stehen, oder aber über die Jahre nie verpflanzt wurden, also schon deslängerem “unter Hunger leiden”. Unsere russischen Phloxfreunde pflanzen ihre Sorten alle 5 Jahre konsequent um, es reicht aber auch alle sieben Jahre, dies kommt ganz auf den Zustand der jeweiligen Sorte an.

Kleiner Tipp am Rande: Versuchen Sie einmal, bei einem kräftigen, älteren Horst im Mai jeden zweiten Trieb die Wachstumsspitze auszubrechen. Dies verursacht bei allen auspinzierten Trieben eine um 14 Tage spätere Blütezeit und verlängert die Gesamtblütezeit des Horstes um mindestens 14 Tage! Dies können Sie übriges auch bei nahezu allen Korbblütlern, wie z.B. den Astern tun! Oder Sie kombinieren früh blühende Sorten mit späten Sorten, denn die Phloxblüte erstreckt sich von Ende Juni bis Ende September, oft sogar noch wesentlich länger!

Den durchschlagenden Zuchterfolg russischer Sorten verdanken wir Pavel Gaganov, welcher schon in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts ganz wesentlich dazu beitrug, dass der Phlox in seiner Heimat mit den Jahren neben Flieder und Gladiolen zu einer Art Nationalblume wurde, obgleich er ja eigentlich eine amerikanische Wildstaude darstellt. Die derzeit bekannteste und erfolgreichste russische Züchterin ist Elena Konstantinova, sie betreibt ihr Zuchtprogramm auf riesigen Feldern äußerst professionell. Elena selektierte im Laufe der Jahre weit über 200 eigene Sorten, ebenfalls ihr früherer Mentor Jury Reprev hatte wundervolle Sorten hervorgezaubert. Aber auch eine ganze Reihe andere, private Züchter sind in letzter Zeit sehr erfolgreich unterwegs und auf uns kommen auch in Zukunft weitere, sehr ungewöhnliche Sorten zu. Man neigt fasst schon zu einem Kniefall und wird ehrfürchtig, wenn man diese Pracht dort einmal zu Gesicht bekam! Selbst in England, geschweige denn in den USA (immerhin das Heimatland des Phloxes!) ist man seitens der Fachwelt größtenteils immer noch ahnungslos, was die züchterische Leistung und Schaffenskraft dieser russischen Phloxspezialisten anbelangt, eigentlich vollkommen unverständlich! Denn trotzdem die Grenzen schon seit geraumer Zeit offen sind und das Reisen in den ehemaligen Ostblock keinerlei Probleme mehr mit sich bringt, hört für viele Zeitgenossen anscheinend die Welt spätestens hinter der polnischen Grenze auf! Das ist sehr schade, verbergen sich dort ungeahnt viele Pflanzenschätze und eine Gartenkultur, die sich zwar von der unseren unterscheidet, aber deshalb keinesfalls uninteressanter ist!

Auch heuer kamen wieder einige Neuheiten hinzu, aber auch ältere Sorten sind ab diesem Jahr erneut verfügbar und auch die kommenden Jahre versprechen fantastische Phloxüberraschungen! Die meisten frisch vermehrten, neuen Sorten kultivieren wir in 9×9-cm-Töpfen, die allermeisten aber in größeren 11x11cm-Töpfen, was dem Phlox nährstoffbedingt wesentlich besser gefällt!

Bei allem Enthusiasmus, und dies muss betont werden, stoßen wir als Produktions- und Erwerbsbetrieb mit diesem Phloxsortiment schön langsam an unsere Grenzen. Über 200 Phloxsorten ständig zu vermehren und verfügbar zu halten, ist eine Megaaufgabe und keineswegs beispielsweise mit Taglilien, Pfingstrosen, Funkien oder Schwertlilien zu vergleichen! Phlox ist wesentlich arbeitsintensiver, was Pflege und Kultur anbelangt, ist sehr viel aufwändiger in der Vermehrung. Wir können Phlox ausschließlich in der Zeit von April bis Juni vermehren! Die Dinge liegen außerdem vollkommen anderes, wenn ein Liebhaber sich nahezu ausschließlich mit dieser Gattung beschäftigt und die einzelnen Sorten über Jahre an einem Standort stehen. Phlox sammeln und sichten kann eine Erwerbsgärtnerei nur bedingt, weil dies ab einer gewissen Sortenzahl vollkommen unwirtschaftlich wird, denn unser Gesamtsortiment besteht ja nicht nur aus Phlox! Wir aber wollen unser Phloxsortiment attraktiv und aktuell, für den Pflanzenliebhaber vor allen Dingen ausreichend verfügbar und in einer guten Qualität halten! Dies bedeutet, jedes Jahr neu zu vermehren und über das Jahr hinweg jeden Topf mehrmals in die Hand zu nehmen. Inzwischen topfen wir pro Jahr insgesamt rund 15.000 Phlox-Töpfe in besagter Sortenanzahl, wir sind damit also ganz ordentlich beschäftigt! Auf einige Sorten hat ein regelrechter Run stattgefunden, so dass manches Highlight trotz größerer Stückzahl schnell ausverkauft war. Bei anderen Sorten wiederum gestaltet sich der Absatz eher schwankend und ist einer gewissen Modeströmung unterworfen.

Rechts unten an der Gattungsbeschreibung ein Bild von einer Phloxpflanze, welche unter starkem Mehltaudruck leidet, daneben ein verkrüppellter Phloxstängel, verursacht durch Älchen. Beides sind Zeichen von Stress, meistens verursacht durch zu schlechtem Boden, durch wechselnde Trockenheit mit Nässe und vor allem durch Unterernährung.

Wir wünschen jedenfalls viel Freude beim Durchsehen und Gustieren, wir sind schon jetzt sehr gespannt auf die Auswahl, die Sie treffen werden!

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